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Volkslieder-Singen vor dem

ASB-Heim und dem Katharinenstift

„War das die Gratulation für einen 100-jährigen Geburtstag?“, fragte ein Passant auf dem Gehweg vor dem Katharinenstift, nachdem das Vokalensemble Sinsheim den Bewohnern am Samstag, den 27. Juni unter der Leitung des wohlgelaunten Dirigenten Erwin Schaffer ein Ständchen mit Volksliedern gebracht hatte. Nein, war es nicht, aber ein solcher Anlass war gar nicht nötig. Seit Beginn der Corona-Beschränkungen bestand der Wunsch, den dadurch besonders hart betroffenen Bewohnern der beiden Altenheime eine musikalische Abwechslung vom Alltag zu bieten, und nachdem dies nun durch die neueren Lockerungen möglich wurde, schritt der Chor in Absprache mit dem Ordnungsamt der Stadt und den Leitungen des ASB und Katharinenstiftes zur Tat. Bei den Heimen, die das Vokalensemble ansonsten vom Weihnachtssingen her kennen, löste die Idee sofort große Begeisterung aus. Natürlich freuten sich auch die Mitglieder des Chores selbst sehr, endlich einmal wieder gemeinsam zu singen, und so traf man sich donnerstags vor dem Ereignis auf dem Schulhof des Wilhelmi-Gymnasiums zur Probe im Freien – immer in gebührendem Abstand zueinander.

 

 

Das Liedgut war weitgehend bekannt, musste aber aufgefrischt werden, wobei ein besonderes Erlebnis beim Singen mit so großem Abstand darin besteht, die eigene Stimme wie ein „Solist“ zu erleben, was durchaus verunsichern kann, aber auch sehr der Übung und Sicherheit dient.

 

Am Samstag zeigte sich das Wetter trotz angesagter Gewitter gewogen, und nachdem vor beiden Heimen mit Sprühkreide Abstands- Markierungen auf dem Boden angebracht waren und sich etliche Heimbewohner erwartungsvoll und wohlgelaunt z.T. vor dem Eingang und an Fenstern und auf der Terrasse versammelt hatten, konnten zunächst beim ASB die ersten Volkslieder erklingen. Die Stimmen klangen trotz der langen Singpause gar nicht schlecht; die Stimmung wurde vielleicht auch durch die Sonne zusätzlich angeheizt. So mancher, dem letzteres etwas zu viel war, schützte sich durch Strohhut, Sonnenschirm bzw. über den Kopf gehaltener Notenmappe. Die Vorsitzende Margatete Hertel ergänzte die Darbietung durch gewohnt launige und spritzige Worte und lobte das auswendige Mitsingen mancher Bewohner, was diese den Chorsängern voraus hätten… Den Höhepunkt erreichte die gute Stimmung, als Herr Oberbürgermeister Albrecht vorbei schaute, der sich freute, alle Anwesenden begrüßen zu dürfen, dann aber vom Chorleiter zum Mitsingen eingeladen wurde, was ihn nicht erschreckte. Schlechter klangen die Lieder danach nicht, vielleicht sogar besser… Die Gitarrenbegleitung durch Joachim Heitel wertete den Gesamtklang auf und brachte Schwung in die Sache.

 

Nach der Verabschiedung von Leitung und Bewohnern des ASB bewegte sich der beeindruckende Tross der Mitwirkenden zum nahen Katharinenstift, wo sich ebenfalls bereits Pflegekräfte und Bewohner auf den Bänken vor der Tür und vor allem auf den Balkonen versammelt hatten und anschließend das Ständchen der Volkslieder einschließlich humoriger Worte genossen und ebenfalls mitsangen – die Stimme nur leicht, die Stimmung nicht eingeschränkt durch das Tragen von Masken. Sogar dass bei einem Lied eine Strophe fehle, bemerkte eine Pflegerin und ergänzte sie sogleich durch eine Solo-Einlage.

 

 

Auch OB Albrecht war noch immer dabei, begrüßte die Bewohner zu ihrer Freude und hielt eifrig als Sänger in der Sonne mit. Diese hielt die gesamte Veranstaltung ebenfalls tapfer durch, und so wurden die nach Ende draußen bereit gestellten Getränke dankbar angenommen.

Dokumentiert wurde die Veranstaltung über den gesamten Zeitraum durch Alexander Becker von der RNZ, der hinter seiner schwarzen Gesichtsmaske sicher nicht gefroren hat und dennoch begeistert dabei war.

Bis auf die Straße standen wegen der großen Abstände die ca. 25 Sängerinnen und Sänger, die wenigen Autos fuhren vorsichtig vorbei, und so manch Spaziergänger wunderte sich und sinnierte über den Anlass dieses Geschehens.

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