Inspirierender Probentag mit MusikAktionsEnsemble KLANK

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Auf der Arbeitsfläche liegen Kochlöffel, Schraubschlüssel, eine große Metallfeder, Steine, lange Hölzer – nein, wir befinden uns nicht bei einem Schrauber, Heimwerker - oder Koch-Workshop, sondern in der Wochenend-Probe des Vokalensembles Sinsheim zu „unerhört. Neue Musik in Sinsheim“, und bei den genannten Utensilien handelt es sich um Rhythmusinstrumente. Aus Bremen angereist sind die vier Macher des „MusikAktionsEnsembles KLANK Bremen“, die auch in Sinsheim keine Unbekannten mehr sind.

Geprobt wird für die Aufführung am 26. Januar in der Dr.-Sieber –Halle sowie am 5. Februar im Theaterhaus Stuttgart. Es handelt sich bei dieser Preisträgerkomposition um eine Uraufführung im Rahmen des „Netzwerks Neue Musik Baden-Württemberg e.V.“, und der Chor von Erwin Schaffer wurde als eines von mehreren Laienensemblen ausgewählt, als „Tandem“ gemeinsam mit einem Profi – Ensemble zu arbeiten.

Die Musiker von „KLANK“ und der Chor kennen sich bereits näher von dem schon länger zurück liegenden Proben –WE in der Musik –Akademie Weikersheim, wo man zum ersten Mal intensiv für dieses Werk probte und es dadurch auch zu schätzen lernte. Denn klar ist, dass die Inhalte der „Neuen Musik“ sich nicht sofort erschließen, die Klänge zunächst ungewohnt sind – Wobei unter den Begriff „Neue Musik“ sehr vielfältige und auch verschiedene Dinge fallen. Der Zugang lief für den Chor zunächst über den persönlichen Kontakt zu den Männern von „KLANK“ – „Oh, die sind ja ganz normal und auch noch sooo nett; richtig gute und interessante Typen“, hörte man ganz oft. Ja, und hochprofessionell, dabei ruhig, geduldig und humorvoll sind sie außerdem, was bei den langen Proben äußerst hilfreich ist. Auch der Chorleiter und die Chormitglieder sind guter Dinge und dabei hochkonzentriert; vielleicht auch unterstützt durch eine riesige Schüssel voller Plätzchen?

Bei dem zu erarbeitenden Stück, das eigentlich aus mehreren Stücken besteht, wird die Musik hauptsächlich von KLANK geliefert; der Chor fungiert vor allem als „Sprecher“. Das ist gar nicht so weit weg vom Singen, stellt man fest; geht es dabei doch ebenso um Klang, Rhythmus, Ausdruck. Dass der Chor die Stücke vor einiger Zeit bereits als Hörspiel für den Rundfunk eingesprochen hatte, ist nun natürlich hilfreich. Und doch ist es jedes Mal anders und fordert von Neuem, und Christoph Ogiermann als „Obermacher“ spricht vor, deklamiert, wie es sein soll. Beeindruckend , wenn z.B. die Männer einen alten Mann darstellen, der in der Zwiesprache mit Gott mit den Auswüchsen der digitalen Welt hadert, oder auch, wenn zu Beginn nach einem „starken Gesang“ und rhythmischer Musik der Chor gemeinsam deklamiert. Beeindruckend auch, wenn zu dem „live“ zu Hörenden sich Einspielungen von bereits Aufgenommenem mischen und dennoch kein Durcheinander entsteht.

An vielen Stellen erklingt auch plötzlich die Stimme eines Counter-Tenors. Kein Profi; ein Sänger aus den eigenen Reihen klingt so „toll“ im wahrsten Sinne des Wortes, stellt er doch den „Parano“, eine Art “Idiot“ dar. „So schräg ist die Musik gar nicht“ oder „Das Intro gefällt mir richtig gut“, kann man abschließend auch vom ein oder anderen hören. Abgerundet wird die Probe dann von überraschend vergnüglichen kleinen Videos, die ebenfalls für dieses Projekt im Frühjahr gemeinsam in Sinsheim gedreht und anschließend von KLANG verarbeitet wurden. So rundet sich für alle Beteiligten dieses Werk immer mehr, und man blickt den Aufführungen, bei denen weitere kleinere Werke mit weiteren Mitwirkenden zu erleben sind, gespannt entgegen.

 

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